Gemeinsame Stellungnahme des Forums Junge Radiologie, der Jungen Neuroradiologie, Jungen Kinderradiologie und Jungen Interventionellen Radiologie
In der geplanten Überarbeitung der Musterweiterbildungsordnung (MWBO) sprechen sich die jungen radiologischen Vertretungen für eine umfassende, qualitativ hochwertige und kompetenzbasierte Weiterbildung aus. Zentrale Forderung ist der Erhalt der fünfjährigen Weiterbildungsdauer. Eine Verkürzung auf vier Jahre wird abgelehnt, da sie die vollständige Vermittlung klinischer, diagnostischer und interventioneller Kompetenzen gefährden würde.
Als Risiken einer Verkürzung werden insbesondere Qualitätseinbußen, unvollständige Rotationen (z. B. nicht ausreichende Abdeckung aller Modalitäten, Organsysteme und Altersgruppen) sowie fehlende praktische Erfahrung in der Interventionellen Radiologie benannt. Für interventionelle Fertigkeiten wird eine strukturierte Rotation als essenziell hervorgehoben.
Darüber hinaus setzt sich die Stellungnahme für eine kompetenzbasierte Weiterbildung mit wenigen, übergreifenden Richtzahlen ein. Vorgeschlagen werden u. a. vereinheitlichte, reduzierte Richtzahlen pro Modalität sowie strukturierte, jährlich protokollierte Feedbackgespräche zur Qualitätssicherung und Planung noch ausstehender Weiterbildungsinhalte.
Ein weiteres Anliegen ist die bundesweit einheitliche Anrechenbarkeit von Tätigkeiten außerhalb grundständiger Facharztgebiete auf die radiologische Weiterbildung – insbesondere bis zu 12 Monate in radiologischen Schwerpunkten sowie bis zu 12 Monate patientennaher wissenschaftlicher Tätigkeit.
Zusätzlich wird die Etablierung eines neuen Schwerpunkts „Interventionelle Radiologie“ mit einer Weiterbildungsdauer von 24 Monaten befürwortet, um eine strukturierte und bundesweit vergleichbare Spezialisierung zu ermöglichen.
Die Stellungnahme betont außerdem die Bedeutung von Inklusion, Diversität und Familienfreundlichkeit in der Weiterbildung, z. B. durch Anrechnung auch geringerer Teilzeitumfänge, geteilte Weiterbildungsbefugnisse sowie eine Standardisierung der Vollzeit-Äquivalenz.
Begleitende Umfrageergebnisse unter radiologischen Weiterzubildenden (März 2025) stützen die Forderungen: Eine deutliche Mehrheit spricht sich für die Beibehaltung der fünfjährigen Weiterbildungsdauer aus (72,53 % für 5 Jahre vs. 27,47 % für 4 Jahre) und bewertet den Erhalt der Radiologie als Querschnittsfach überwiegend als wichtig.
Die vollständige Stellungnahme kann man hier als PDF einsehen und herunterladen:
Stellungnahme zur geplanten Überarbeitung der Musterweiterbildungsordnung (PDF)